Samstag, 6. Juni 2009
Unsere Königin krankt
Es sind schwere Zeiten für unser Land.
Das Vieh stirbt an einer unbekannten Seuche und rafft seine Hirten mit dahin. Armut überrollt das Land, unsere Söhne und Männer kämpfen in weiter Ferne und unsere Barden versagen einmal mehr beim musischen Wetteifern der europäischen Königreiche.
Es ist also nicht verwunderlich, das unsere geliebte Königin Angela von Merkel vor Sorge krankt. Sie sorgt sich um das Wohl ihres Volkes, wie eine weise Mutter um ihr Kind sorgt, wenn dieses im hohen Fieber da nieder liegt. Ihre Kinder sind der bei aller Leute bekannte Kutschenbauer Opel, der fahrende Händler Karstadt und viele andere. Unsere besorgte Mutter möchte natürlich allen ihrer Kinder helfen, wäre nur die Arzenei nicht so teuer. Zerrissen vom Zwiespalt muss sie nun entscheiden, wessen der Heilung am dringendsten bedarf. Für alle anderen kann sie nur Beten. Und dessen kann der geneigte Leser sich gewiss sein, sie betet Tag und Nacht am Sterbebette all jener, denen sie nicht zu helfen vermochte.
Die Ruhelosigkeit zehrt an ihren Kräften. Sie selber krankt. Eine Zofe, welche zu Hofe arbeitet, eröffnete mir dass es mit ihrer Regentschaft vielleicht bald vorbei seie. Aus verlässlicherer Quelle offenbarte mir mein Wahrsager des Vertrauens, das in der Tat sich etwas am Königlichen Hofe rütteln wird, sobald sich der September dem Ende neigt.

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Grand Prix de Eurovision– ein Abriss
Wenn der Lenz sich dem Ende neigt versammeln sich die angesehensten Barden Europas um im musischen Wettstreit ihr Können einander zu messen.
Dies Rittertunier aus Gesang und Tanz beobachten darf einjeder und nach der letzten Darbietung seine Gunst einem der Barden zukommen lassen (die Gunst der Jungfern hat in diesem Falle das gleiche Gewicht wie die des restlichen Pöbels). Als Sieger geht jener Barde hervor, der die meiste Gunst des Pöbels erhält und bringt damit Ruhm und Ansehen mit heim in sein Land. Die Barden, den man hat die geringste Gunst zuteil hat werden lassen, müssen in Schmach und Schande heim kehren. Zum Troste sei ihnen gesagt, dass sie nur ihrer Heimatregion Schande bringen werden, aber nicht das Ansehen ihres geliebten und geehrten Königs beflecken. So droht ihnen Maximal eine lokale Erhöhung der Kopfgeldsteuer, aber ihr Kopf bleibt auf ihren Schultern.

Nun scheint es schon fast einen Fluch zu gleichen, dass der letzten Lenze das germanische Königreich nur Barden hervor gebracht hat, die ihrem Heimatdorf – nach Rückkehr vom Wettstreit – nur höhere Steuern heim brachten, aber weder Ruhm noch Ehre.
Grade da sich unser hochgeschätzter Adel immer wieder darauf beruft, wie viele Dichter und Denker hier verweilten. Doch so federführend unsere Ahnen zu sein schienen, versuchen unsere heutigen Barden mehr den je das Schwert der Poesie zu schwingen. Mit Verlaub gestatte mir der geneigte Leser die Anmerkung, dass das besagte Schwert keinem grazielen Florett gleicht. Viel mehr erinnert er an einen stumpfen, schweren Zweihänder, der von einem Barbarenkrieger geführt wird.
Und so wie die Sprichwörtliche Feder stärker als das Schwert ist, verhält es sich auch mit Minnesang und Bardenliedern. Anstelle die Barbaren der anderen Länder mit entblößer Haut der Frauenzimmer beeindrucken zu wollen, sollten unsere künftigen Poeten eleganter die Feder bei ihrem Gesangsgut schwingen.

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